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Isabelle de Keghel
Die Rekonstruktion der vorsowjetischen Geschichte
Identitätsdiskurse im neuen Russland
Reihe: Osteuropa: Geschichte, Wirtschaft, Politik
Bd. 38, 2006, 680 S., 44.90 EUR, 44.90 CHF, br., ISBN 3-8258-8201-2


Diese Studie untersucht in Form einer Diskursanalyse die nostalgische Rückwendung zur vorsowjetischen Geschichte in Russland, die in den Jahren 1989 - 1993 Hochkonjunktur hatte und während der gesamten El'cin-Ära anhielt. Durch diesen Rekurs sollte eine entschiedene Distanzierung vom sowjetischen Erbe erreicht und Traditionsbildung für das postsowjetische Russland betrieben werden. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen drei exemplarische Diskursstränge: 1) Die Debatte über Moral und Gewalt im Bürgerkrieg, vor allem über die Erschießung der Zarenfamilie. 2) Der Rekurs auf die Reformtradition der ausgehenden Zarenzeit, insbesondere auf die Stolypinschen Agrarreformen. 3) Die Wiederentdeckung vorrevolutionärer parlamentarisch-demokratischer Traditionen. Die Analyse stützt sich vorwiegend auf Schulbücher, fachwissenschaftliche und publizistische Texte.

"De Keghels Buch hat schon jetzt als Standardwerk zur Erinnerungskultur im Russland der Transformationszeit zu gelten."

H-Soz-u-Kult, 11.02.2008





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