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Giles Constable; Gert Melville; Jörg Oberste (Hrsg.)
Die Cluniazenser in ihrem politisch-sozialen Umfeld
Reihe: Vita regularis - Ordnungen und Deutungen religiosen Lebens im Mittelalter. Abhandlungen
Bd. 7, 1998, 596 S., 40.90 EUR, 40.90 CHF, br., ISBN 3-8258-3441-7


Die Mönche von Cluny suchten, dem benediktinischen Ideal folgend, ihren Weg zu Gott hinter Klostermauern und veränderten dabei die Welt jenseits dieser Mauern. Mit der Frage der Einbettung der cluniazensischen Konvente und Klöster in die politischen und sozialen Strukturen ihrer Umgebung befassen sich in dem vorliegenden Band 19 Cluny-Forscher aus 5 Ländern. Sie bieten die zu diesem Thema bislang einzige Zusammenschau systematischer, geographischer und diachroner Aspekte: angefangen bei Problemen der Gründung, über die wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Beziehungen zu den Mächten des regionalen Umfelds, bis hin zu der Integration in das Corpus der Universalkirche und der Ausbreitung Clunys im christlichen Europa. Dort, wo Antagonismen und Konflikte vorherrschen, scheint die Opposition Kloster-Welt am lebendigsten; in anderen Fällen dringen die säkularen Bedürfnisse bis tief in das klaustrale Leben ein. Gleichwohl lösen die hier versammelten Beiträge eine solche Opposition gerade dort auf, wo man auf das unverwechselbar Monastische zu stoßen scheint: Das klösterliche Totengedenken etwa, höchster Ausdruck der cluniazensischen Spiritualität, war zugleich der wohl wichtigste Berührungspunkt mit den religiösen und sozialen Bedürfnissen des adlig-laikalen Umfelds.

Gert Melville ist Professor der Mediävistik an der Technischen Universität Dresden.





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