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Thomas Bierschenk
Die Fulbe Nordbénins
Geschichte, soziale Organisation, Wirtschaftsweise Mit einem Nachwort von Georg Elwert
Reihe: Spektrum. Berliner Reihe zu Gesellschaft, Wirtschaft und Politik in Entwicklungsländern
Bd. 49, 1997, 288 S., 24.90 EUR, 24.90 CHF, gb., ISBN 3-8258-2634-1


Die Fulbe im Norden der Republik Bénin (dem ehemaligen Dahomey) passen in keines der beiden Klischees, von denen die wissenschaftliche Literatur über Fulbe geprägt ist: Sie sind weder Aristokraten, Krieger, Sklavenhalter, Stadtbewohner, wie sie vor allem von Historikern und Orientalisten beschrieben werden; noch sind sie Hirtennomaden und Heiden, die für viele Ethnologen als der "reinste" Typ von Fulbe gelten. Die Fulbe in Nordbenin sind Rinderhalter, aber keine Nomaden: Sie sind vielmehr seßhaft und auch im Hackbau engagiert. Sie sind Moslems, aber keine "Aristokraten": In vorkolonialer Zeit waren sie als Spezialisten für Rinderhaltung mit einem relativ niedrigen soziopolitischen Status in das System von Berufs- und Statusgruppen des Borgou integriert, waren aber ihrerseits Sklavenhalter; heute sind sie dort eine ethnische Minderheit.

Bierschenks Studie, die sozialanthropologische und historische Ansätze verbindet, ist ein Beitrag zu den Diskussionen über Ethnizität und über die lokale Artikulation zentralstaatlicher Herrschaft und zur Wirtschaftsanthropologie des Agropastoralismus in Afrika.

Thomas Bierschenk ist Professor für Ethnologie und Afrika-Studien der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.





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