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Paul Celan, Jaap Geraedts
Keinerlei "Silberstreifen" am Horizont
Der Briefwechsel des Dichters mit dem Komponisten. Herausgegeben und kommentiert von Paul Sars
Reihe: Korrespondenzen
Bd. 1, 2014, 232 S., 29.90 EUR, 29.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-90431-7


Nach der Lektüre der Todesfuge wendet sich der niederländische Komponist Jaap Geraedts 1957 an Paul Celan mit dem Vorschlag, gemeinsam ein Oratorium über die Shoah zu verwirklichen. Geraedts ist weder Jude noch Opfer und sucht deshalb die Zusammenarbeit mit einem jüdischen deutschen Dichter, der als Augenzeuge und aus der eigenen Tradition heraus den Text dichten kann. Er schickt Celan sein Konzept Psalm 1943 und es folgen noch vier Briefe von Geraedts und zwei von Celan, bevor sie sich im März 1958 kurz begegnen. Obwohl Celan zunächst positiv reagiert, kommt das Musikwerk nicht zustande. Die kleine Korrespondenz bezeugt, wie sehr sich die Welten des jüdischen Dichters und des anthroposophisch angehauchten christlichen Komponisten unterscheiden. Paul Sars erfasst die Korrespondenz und geht auf die Motive von Jaap Geraedts ein, auch indem er zahlreiche bisher unbekannte Dokumente vorlegt.

Paul Sars (Venlo 1960). Studium der Germanistik und der Philosophie in Nimwegen und München, Promotion über Paul Celan. Seit 2004 Professur für Deutsche Sprache und Kultur / Niederlande-Deutschland-Studien an der Radboud Universität Nimwegen.

Paul Celan (Czernowitz 1920 - Paris 1970). Jüdischer Dichter deutscher Sprache, der nach Verfolgung und Flucht seit 1949 in Paris einen festen Wohnsitz hat und nach psychischer Erkrankung 1970 den Freitod wählt.

Jaap Geraedts (Den Haag 1924 - Den Haag 2003). Niederländischer Komponist der seine Jugend in der Kriegszeit erlebt, was ihn psychisch belastet und immer wieder zu Kompositionen des Gedenkens anregt.






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